„In Harmannsdorf habe ich die Hochschule des Glücks absolviert."
BERTHA VON SUTTNERVon 1885 bis 1902 war Harmannsdorf Bertha von Suttners zentraler Lebens- und Schaffensraum. Hier, im weitläufigen Schlosspark mit seinem barocken Garten, schrieb sie ihren Roman „Die Waffen nieder!" Der Plan lädt ein, die Schauplätze ihres Wirkens zu erkunden — vom Wasserschloss über den Schüttkasten bis zur Orangerie.
Unter Daniel von Moser entstand um 1760 ein Garten nach dem Vorbild Schönbrunns — angelegt, so berichtet es die Überlieferung, von jenem Gärtner, der auch die kaiserliche Anlage schuf. Eine west-östliche Achse führte über Terrassen, gesäumt von geschnittenen Laubwänden, Rokokovasen und mythologischen Steinfiguren, hinab zum Prunktor. Als Herzstück verbindet bis heute die Prunktreppe von 1771 aus Zogelsdorfer Stein die Ostfassade des Schlosses mit dem tiefer liegenden Park.
„Partien in französischem Stil, von Lejeune, dem Schöpfer Schönbrunns, angelegt, mit Vasen und Statuen reich geschmückt … Alleen mit vielhundertjährigen Fichten und englisch angelegte Partien, darunter eine ganz wilde, ‚das Wäldchen'."
BERTHA VON SUTTNER · MEMOIREN, 1909
Vieles davon ist heute nur noch in Resten erhalten — die zwölf Sandsteinfiguren wurden in den 1960er-Jahren verkauft, der Springbrunnen ist verschwunden. Doch die Grundzüge des Parks, seine Bauten und die alten Bäume erzählen bis heute von jener Zeit, in der Bertha von Suttner hier lebte.