SCHAUPLATZ HARMANNSDORF

Der Ort

„In Harmannsdorf habe ich die Hochschule des Glücks absolviert."

BERTHA VON SUTTNER

Von 1885 bis 1902 war Harmannsdorf Bertha von Suttners zentraler Lebens- und Schaffensraum. Hier, im weitläufigen Schlosspark mit seinem barocken Garten, schrieb sie ihren Roman „Die Waffen nieder!" Der Plan lädt ein, die Schauplätze ihres Wirkens zu erkunden — vom Wasserschloss über den Schüttkasten bis zur Orangerie.

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DIE SCHAUPLÄTZE
Das Schloss
Von 1885 bis 1902 lebte Bertha von Suttner hier. In diesen Jahren entstand ihr Roman „Die Waffen nieder!", der sie 1889 weltberühmt machte. Mit Alfred Nobel, dessen Sekretärin sie 1876 kurz gewesen war, verband sie ein lebenslanger Briefwechsel — ihr Einfluss gilt als mitentscheidend dafür, dass er den Friedensnobelpreis stiftete.
Der Schüttkasten
Im barocken Schlosstheater seiner Sala terrena hielt Bertha von Suttner ihre Theaterabende ab. Heute klingt hier wieder Musik: Der Schüttkasten ist die Heimstätte des Vereins für Konzerte und Ausstellungen.
Die Orangerie
Um 1760 mit dem französischen Garten errichtet, diente sie einst als Winterhaus für Zitruspflanzen. Ihre hohen Glasfronten und das ruhige Rund prägen bis heute den östlichen Rand des Parks.
Die Suttnerbuche
Eine rund 300 Jahre alte Blutbuche im Park trägt Bertha von Suttners Namen. Um sie herum ist über Jahrzehnte ein kleines Arboretum gewachsen — eine Sammlung, die noch immer entsteht und erweitert wird.
DER BAROCKE PARK

Unter Daniel von Moser entstand um 1760 ein Garten nach dem Vorbild Schönbrunns — angelegt, so berichtet es die Überlieferung, von jenem Gärtner, der auch die kaiserliche Anlage schuf. Eine west-östliche Achse führte über Terrassen, gesäumt von geschnittenen Laubwänden, Rokokovasen und mythologischen Steinfiguren, hinab zum Prunktor. Als Herzstück verbindet bis heute die Prunktreppe von 1771 aus Zogelsdorfer Stein die Ostfassade des Schlosses mit dem tiefer liegenden Park.

Historische Ansicht des Schlossparks: die Gartenachse mit Statuen und Blick zum Schloss
Die Gartenachse mit Statuen und Blick zur Prunktreppe, historische Ansichtskarte

„Partien in französischem Stil, von Lejeune, dem Schöpfer Schönbrunns, angelegt, mit Vasen und Statuen reich geschmückt … Alleen mit vielhundertjährigen Fichten und englisch angelegte Partien, darunter eine ganz wilde, ‚das Wäldchen'."

BERTHA VON SUTTNER · MEMOIREN, 1909

Vieles davon ist heute nur noch in Resten erhalten — die zwölf Sandsteinfiguren wurden in den 1960er-Jahren verkauft, der Springbrunnen ist verschwunden. Doch die Grundzüge des Parks, seine Bauten und die alten Bäume erzählen bis heute von jener Zeit, in der Bertha von Suttner hier lebte.